Mönchshof Maingold Landbier

Moenchshof-landbier

Das Mönchshof Landbier schmeckt im Antrunk unspektakulär mit einem süßlich, alkoholischen Nebengeschmack. Das ist zwar nicht so schlecht, aber auch nicht gerade ein Bringer. Im Mittelteil erstreckt sich gähnende Leere und im Abgang fehlt irgendwie der Hopfen. Das hat man bei einem Landbier alles schon mal besser umgesetzt gesehen, aber immerhin ist es gut trinkbar. Das macht für mich 4 Punkte.4 Punkte Bier

Etikettaufschrift

„Vollmundig im Geschmack besticht das Landbier mit seinem traditionellen Exportbier-Charakter.“

Daten

  • Brauerei: Kulmbacher Brauerei
  • Biersorte: Exportbier
  • Alkoholgehalt: 5,4 % vol.
  • Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
  • Farbe: gold
  • Preis: Kasten mit 20 x 0,5 L ca. 12 € (Stand 09.2008)

5 Gedanken zu „Mönchshof Maingold Landbier

  1. Kpu sagt:

    Das Bier kommt mit einem nett gezeichneten Etikett, das mehr verspricht, als es hält. Anfangs schmeckt das Bier hopfig, gefolgt von einem leichten Malzaroma, das für meinen Geschmack etwas zu flach ist. Ich vermisse die Ausgewogenheit und Süffigkeit, die man von fränkischem Landbier gewohnt ist. Ich finde die Bezeichnung Maingold etwas übertrieben, Bronze würde besser passen. Deshalb von mir gut gemeinte 5,5 Punkte.

  2. Bernhard Wulle sagt:

    Hallo Biergourmet, hallo kpu!

    Der Begriff „Landbier“ ist keine definierte Brauart und kein geschützter Begriff; man kann vieles Verschiedenes darunter verstehen. Ich vermute, daß Ihr bei dem Namen so etwas wie ein Kellerbier/Zwickelbier erwartet habt. Ein Bier dieser Art führt Mönchshof auch, und zwar unter dem Namen „Mönchshof Kellerbier“. „Mönchshof Maingold Landbier“ hieß ursprüglich „Mönchshof Maingold Export Hell“, wird seit nahezu einem Jahrhundert gebraut und war lange Zeit das meistgetrunkene Mönchshof-Erzeugnis. Es ist ein Export. Und zwar eins von der Sorte, die ich besonders gern mag, nämlich der „nicht-zu-süßen“: Mit seiner für bayerische Exportbiere verhältnismäßig starken Hopfung geht es schon in Richtung Dortmunder Export-Typ. Seit neuestem scheint es Mode zu werden, Exportbiere als „Landbier“ zu vermarkten. Einbecker tut dies seit Neuestem auch („Einbecker Landbier Spezial“, ehemals „Einbecker Spezial“). Wie man sieht, führt dies leider a) zu Verwirrung bei den Kunden und b) dazu, daß die Biere mancherseits an falschen Maßstäben gemessen werden. Wer mit dem Begriff Landbier sehr originelle, hochkomplexe Nischenspezialitäten verbindet, wird gewiß enttäuscht sein, wenn er dann ein ganz konventionelles Export oder Pils vorgesetzt bekommt. Maingold gehört daher auch nicht an solchen Nischenbieren gemessen, sondern an anderen hellen Exportbieren. Von diesen erwartet man einen angenehm süffigen, vollmundigen, unkomplizierten, nicht zu herben Geschmack. Und dies zu erreichen, ist Mönchshof auf hohem Niveau gelungen: Ein Export, wie es sein soll. Über die Bezeichnung Landbier bin ich auch nicht sehr glücklich. Erstens ist sie nicht definiert, zweitens paßt sie nicht zur urbanen, polyglotten Geschichte von Maingold, das unter diesem traditionsreichen Namen seit über einem halben Jahrhundert in Übersee (z.B. USA) präsent ist und einst als „das Edelbier von Weltruf“ vermarktet wurde. Ein leckeres, unkompliziertes aber nicht flaches Standartbier von hohem Niveau. Ich würde jetzt nicht so weit gehen, daß es „das beste Exportbier überhaupt“ wäre, aber: Man hat hier alles richtig gemacht! Ein mehrheitsfähiges (und glücklicherweise vielerorts verfügbares) Bier, daß man jedem Gast, egal ob im Süden oder Norden, bedenkenlos anbieten kann. Empfehlenswert!
    Und wer etwas Ausgefalleneres, Komplexeres wünscht, sollte es mal mit einem Mönchshof Kellerbier versuchen…

    9,0/10

    • thorsten sagt:

      Klar ist Landbier ein Marketingbegriff, aber ich hätte mir da eher ein bernsteinfarbenes, fränkisches Bier vorgestellt. Nicht unbedingt ein Kellerbier. Ich hatte mir bei der Rezension wohl wirklich etwas anderes vorgestellt und wer die Augen auf macht sieht auch, dass es ja eigentlich als Export beschrieben wird 😉 Danke für deinen ausführlichen Kommentar!

      • Bernhard Wulle sagt:

        Tja, da hat sich Mönchshof mit dem neuen Namen (zumindest in Bezug auf die „Bierverkoster-Szene“) keinen großen Gefallen getan. Auch bei der amerikanischen „RateBeer“-Seite wird es fälschlicherweise unter der Rubrik „Landbier/Kellerbier/Zwickelbier“ eingeordnet (wo es nicht hingehört) und nicht unter der Rubrik „Dortmunder/Lager/Helles“, wo es genau richtig aufgehoben wäre.

    • Bernhard Wulle sagt:

      DIESES BIER VOR 100 JAHREN GETESTET
      Und jetzt habe ich noch einen interessanten historischen Nachtrag zu „Maingold“. Das Bier ist, wie ich jetzt erfuhr, seit mindestens 1912 auf dem Markt; heute bekam ich nämlich zufällig aus diesem Jahr eine Werbebroschüre der „Kulmbacher Export-Brauerei Mönchshof AG“ in die Hände. Maingold wird dort als „hochhelles Salon-Tafelbier“ klassifiziert. Alkoholgehalt ist mit „ca. 3 1/4 %“ angegeben. Man hat meines Wissens seinerzeit allerdings in Gewichts- statt Volumenprozenten gerechnet, so daß man diese Angabe mal auf Vol % umrechnen müßte. Weiß aber leider nicht, wie das geht. Beigefügt ist eine Qualitäts-Expertise des vereid. Chemikers beim Kgl. Amtsgericht Leipzig, Dr. F. Elsner, in dem es u.a. heißt: „…reich an Kohlensäure, vollmundig, gut vergoren und frei von trübenden Substanzen. Der Geruch war lieblich frisch, der Geschmack rein nach Malz und Hopfen, ungewöhnlich schön war das Aroma des hellen Tafelbieres. (Es gehört) in die Klasse der kräftigen und schweren Biere! …reich an Nährstoffen…, anregend und leicht verdaulich, (gehört) in Summa zu den besten Bieren, die überhaupt derzeit zum Versand kommen“.
      So das Ergebnis einer Bierverkostung von „Kulmbacher Mönchshof Maingold“ anno 1912, vor mehr als 100 Jahren!… Ist doch irgendwie faszinierend, so was heute zu lesen. An Vollmundigkeit und „lieblich-frischem Geruch“ jedenfalls hat sich seitdem offenbar nichts geändert.

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