Kommentar: Glyphosat im Bier

Seit gestern in aller Munde: Glyphosat im deutschen Bier! Ganz lesenswert zu dem Thema ist die Stellungnahme des deutschen Brauerbunds. Dort gibt es ein paar interessante Fakten (deren Richtigkeit aber nicht überprüft habe). Zum Beispiel ist es natürlich richtig, dass der Vorsorgewert/Grenzwert für Trinkwasser nicht auf Bier angewendet werden kann. Schließlich ist Wasser der absolute Hauptbestandteil des Biers und Bier kann so gar keine geringere Schadstoffkonzentration als Wasser erreichen. Zumal ja Getreide ins Bier kommt und der Glyphosatanteil dadurch zwangsweise steigt. Ebenso unsinnig ist allerdings der Vergleich mit der gesetzlich festgelegte Rückstandshöchstgrenze für Glyphosat in Gerste. Mir wäre neu, dass Gerste ein Getränk ist, von dem man mal schnell 1 Liter am Abend trinkt. Gerste ist ein Lebensmittel, das nur anteilig als Zutat für andere Lebensmittel genutzt wird!

Wenn man zwischen den Zeilen liest, dann gibt die Stellungnahme aber auch zu, dass glyphosatbehandeltes Getreide ins deutsche Bier kommen kann. Denn obwohl der Einsatz von Glyphosat beim Anbau von Getreide zu Brauzwecken nicht zugelassen ist, kaufen natürlich vor allem internationale Konzerne auch am internationalen Markt ein und im Ausland ist der Einsatz glyphosathaltiger Produkte teilweise zulässig. Natürlich für den Bierfan egal, denn wer mag schon Konzernbier? 😉

Wieviel Glyphosat im deutschen Bier vorhanden ist, ist durch die Veröffentlichung des Münchner Umweltinstituts also sicher nicht abschließend geklärt. Aber eines ist sicher: Sie hat ihr Ziel erreicht. Glyphosat im Brot? Wen interessiert’s. Glyphosat im Bier? Na aber hallo, ein Aufschrei geht durch Medien und Social Networks. Das sollte man aber positiv sehen, denn das Thema ist wichtig. Der Dreck ist schließlich überall auf den Feldern zu finden und in etlichen Lebensmitteln nachweisbar. Auch im „Bioprodukt“ durch Abdrift von benachbarten Flächen. Wer allerdings hofft, dass ein Verbot alles besser macht, hat die Rechnung bestimmt ohne Monsanto und Co gemacht. Die werden sich das Geschäft mit den Herbiziden sicher nicht vermiesen lassen und das nächste Mittelchen auf den Markt bringen, dass dann auch von den Landwirten gerne angenommen wird. Ob das dann besser oder schlechter für die Gesundheit ist? Wer weiß. Darüber dürfen sich andere Gedanken machen. Als Biertrinker halte ich es da eher mit dem Spruch: „Ist doch nicht wichtig, Bier trinken ist wichtig!“.

Zum Abschluss noch ein Beitrag der Sendung quer zu dem Thema: